Mit 16 als Abgeordnete im Landtag

Jugend-Landtag 2022: Ida Heynk aus Graes vertritt Heike Wermer beim Planspiel

15.11.2021, 11:21 Uhr
Ida Heynk (links) nach einem Austausch im Plenarsaal des Landtags mit Heike Wermer.
Ida Heynk (links) nach einem Austausch im Plenarsaal des Landtags mit Heike Wermer.

Wie läuft das eigentlich ab im Landtag? Verstehen sich die Parteimitglieder untereinander, oder kann es im Plenarsaal auch mal lauter werden? Das durfte Ida Heynk aus Ahaus-Graes jetzt eigenständig erfahren. Sie war eine von 400 Jugendlichen, die beim 11. Jugend-Landtag NRW mitgewirkt haben. Die 16-jährige hat für drei Tage die heimische Landtagsabgeordnete Heike Wermer (CDU) in Düsseldorf vertreten.

Ein paar sehr aufregende, aber auch anstrengende Tage liegen hinter Ida Heynk. Die Schülerin durfte vom 28. bis 30. Oktober politische Luft in Düsseldorf schnuppern. Beim Jugend-Landtag NRW können jährlich politikinteressierte zwischen 16 und 20 Jahren die Plätze der echten Abgeordneten einnehmen und die parlamentarische Arbeit hautnah kennen lernen.

 

Nach dem Einchecken in die Jugendherberge ging es am Donnerstagnachmittag für die Teilnehmer weiter mit einem Demokratietraining der Landeszentrale für politische Bildung zum Thema „Stammtischparolen“ unter Einbeziehung der Themen „Antisemitismus“ und „Rassismus“. Am Abend erfolgte ein erstes Kennenlernen untereinander. Die Stimmung unter den Jugendlichen in der CDU-Fraktion beschreibt Ida als sehr harmonisch. Auch parteiübergreifend habe man sich gut verstanden.

Am nächsten Tag ging es früh morgens weiter mit einer Fraktionssitzung. Hier wurden unter anderem der Fraktions-Vorstand, die Ausschussvorsitzenden und die Themensprecher gewählt. Ida, die erst seit kurzem privat politisch aktiv ist, unter anderem als JU- und CDU-Mitglied, hielt sich bei den Wahlen erstmal zurück und überließ den erfahrenen Jugendlichen den Vortritt. Anschließend folgten verschiedenen Anhörungen. „Innerhalb unserer Fraktion gab es wenige Unstimmigkeiten, wir haben gut zusammengearbeitet, uns beraten und diskutiert“, erklärt Ida Heynk.

Am dritten und letzten Tag ging es dann nach einer weiteren Fraktionssitzung für alle Teilnehmer ins Plenum. Hier durften die Redner der Fraktionen ihre Standpunkte zu den Tagespunkten vortragen. Das lief, ähnlich wie im echten Leben, nicht ohne Zwischenrufe und Anschuldigungen. Vor allen die Teilnehmer der AfD-Fraktion polarisierten mit ihrer Rede, in der sie den anderen Parteien vorwarfen, der Antifa zugehörig zu sein. „Es war schon heftig zu sehen, wie einige junge Menschen denken und welche politischen Meinungen sie verfolgen. Das hat mich sehr erschreckt“, betont Ida. Das sei aber die Ausnahme gewesen. Alles in allem war der Jugendlandtag für die 16-jährige eine schöne Erfahrung.

Für die Zukunft hat Ida vor allem die Erkenntnis gewonnen, dass sie auch weiterhin in der Politik aktiv sein möchte. In den drei Tagen hat sie JU-Mitglieder aus ganz NRW kennen gelernt, mit denen sie auch weiterhin in Kontakt bleiben möchte. Den Jugend-Landtag kann Ida auf jeden Fall weiterempfehlen, auch für Politik-Unerfahrene: „Es war eine total spannende und aufregende Erfahrung. Auch wenn ich anfangs unsicher war, da ich noch nicht so viele Erfahrungen in der Politik habe, war der Jugendlandtag sehr lehrreich und spannend.“

Heike Wermer, für die Ida Heynk in diesem Jahr in den Jugendlandtag eingetreten ist, blickt ebenfalls positiv auf die vergangenen Tage zurück: „Wie viele Veranstaltungen ist auch im letzten Jahr der Jugend-Landtag pandemiebedingt ausgefallen. Die Begeisterung für die Politik, die junge Menschen mitbringen und sich an den Debatten im Plenarsaal beteiligen, haben wir vermisst. Vor allem stimmt es mich froh, dass viele engagierte Jungpolitikerinnen wie Ida an dem Format teilgenommen haben. Das zeigt mir: Der Jugendlandtag kann junge Frauen motivieren, sich in der Politik auszuprobieren. Durch die Veranstaltung und das Rahmenprogramm können sie sich austauschen und vernetzen. Das kann ein Weg sein, als Frau in der großen Welt der Politik Fuß zu fassen und sich etwas zuzutrauen.“