„Rassismus und Diskriminierung entgegentreten und die Arbeit der Servicestelle stärken“

DRK-Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit im Kreis Borken

25.08.2020
Foto: DRK Borken/and. Heike Wermer wird beim Roten Kreuz von Iris Schlautmann und Rüdiger Szymkowiak begrüßt.
Foto: DRK Borken/and. Heike Wermer wird beim Roten Kreuz von Iris Schlautmann und Rüdiger Szymkowiak begrüßt.

Borken (drk-press). Die integrationspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Düsseldorfer Landtag und Landtagsabgeordnete Heike Wermer aus Heek hat sich eingehend beim Roten Kreuz im Kreis Borken informiert. Im Mittelpunkt stand die Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit (ADA) NRW. Sie wird vom Roten Kreuz mit einer halben Stelle am Standort Gronau besetzt, berichtet der DRK-Pressedienst.

Heike Wermer wolle sich „an der Basis einen Eindruck verschaffen“, wie die Arbeit läuft – auch vor dem Hintergrund, dass bald Haushalts-Planungen der Landesregierung anstehen würden. Für dieses Jahr beträgt das Budget für Integration im Land rund drei Millionen Euro, erklärte die Landtagsabgeordnete.

Rüdiger Szymkowiak, Fachbereichsleiter Bildung, Beratung und Migration beim Roten Kreuz, und Iris Schlautmann, Fachleiterin Migration, informierten die Landtagsabgeordnete ausführlich im Rotkreuz-Zentrum.

Einzelfallberatung, präventive Bildungs-und Sensibilisierungsarbeit

So gliedert sich die Antidiskriminierungsarbeit in drei festgelegte Bereiche: Einzelfallberatung, präventive Bildungsarbeit und Sensibilisierungsarbeit (Empowerment). Im Jahr 2019 erfolgten 29 Beratungsfälle in den Sprechstunden im DRK-Beratungszentrum an der Gildehauser Straße 2 in Gronau; auch in Vreden, Borken und demnächst in Stadtlohn werde beraten. Die Kooperation erfolge über Netzwerke wie das Interkulturelle Netzwerk Westmünsterland und das GroNet. 

Zur Bildungsarbeit gehören laut Iris Schlautmann auch Antirassismus-Trainings in Kindertageseinrichtungen. Als Pilotprojekt wird gerade zusammen mit dem Caritasverband Ahaus-Vreden und dem Projekt „Job Duett“ ein u.a. Antidiskriminierungstraining für Unternehmen in der Region konzipiert.

Zusammen mit den DRK-Integrationsagenturen bringt die Servicestelle jedes Jahr einen interkulturellen Kalender heraus. Er kann beim Roten Kreuz im Kreis Borken kostenlos bestellt oder an verschiedenen Standorten, die auf der Website veröffentlicht sind, abgeholt werden. 

Gut vernetzt 

Die Rotkreuz-Vertreter unterstrichen, dass Integrations-Gremien im Kreis Borken sehr gut vernetzt und lokal und regional gut zusammenarbeiten würden. Darum kümmerten sich unter anderem das Netzwerk „GroNet“, die Arbeitskreise für Migrantinnen in Vreden und Schöppingen, das Interkulturelle Netzwerk Westmünsterland und neben anderen die DRK-Integrationsagenturen. Die Servicestelle Antidiskriminierungsarbeit bringt sich regelmäßig vor Ort mit Aktivitäten in z. B. die Wochen gegen Rassismus, die Aktion Schulen ohne Rassismus und in die interkulturellen Wochen ein.

Multinationales Team 

Iris Schlautmann unterstrich bei dem Infobesuch der Landtagsabgeordneten, wie wichtig es ist, gegen Rassismus und Diskriminierung zu sensibilisieren und dass die Themen immer mehr Gewicht bekämen. Und Rüdiger Szymkowiak betonte, dass das Rote Kreuz über gut aufgestellte und engagierte Mitarbeiter verfüge: „Wir stellen ein multinationales Team. Das erleichtert uns die tägliche Arbeit.“

Wünschenswert wäre, wenn die halbe Stelle für Integrationsarbeit im flächengroßen Kreis Borken erweitert werden könne. 

Landtagsabgeordnete Heike Wermer freute sich über den persönlichen Austausch mit der Antidiskriminierungsstelle: „Bei den Planungen in den Entscheidungsgremien fällt der Blick oft nur auf städtische Strukturen. Deshalb ist es mir wichtig, sich auch vor Ort einen Eindruck von der Situation zu machen. Nur so können wir die Angebote auf dem Land zielgerecht stärken und unterstützen.“